EMDR

Unbewältigtes verarbeiten – emotional und rational zugleich

EMDR steht für ”Eye Movement Desensitization and Reprocessing“, was sich etwa mit „Desensibilisierung und Aufarbeitung mittels Augenbewegung“ übersetzen lässt. Die Methodik zielt darauf, das Gehirn bilateral zu stimulieren, um temporär eine bessere Vernetzung beider Hirnhälften zu erzielen. Bildlich gesprochen kann die fürs Rationale zuständige linke Hemisphäre der „emotionalen“ rechten Seite auf diese Weise dabei helfen, eine unbewältigte Erfahrung neu zu verarbeiten und ins Positive zu wenden.

Entwickelt wurde EMDR Anfang der 1990er-Jahre von der US-amerikanischen Psychologin Dr. Francine Shapiro. Das Verfahren ist international anerkannt und findet heute insbesondere in der Traumatherapie Anwendung. Aktuelle Studien belegen darüber Hinaus unter anderem die Wirksamkeit von MDR in der Behandlung von Depressionen und zur Verringerung der Rückfallneigung bei Alkoholkranken. Auch im Mentaltraining und im Coaching lässt sich EMDR gut einsetzen und führt nach meiner persönlichen Erfahrung in kurzer Zeit zu beachtlichen Ergebnissen.

Wie gehen wir vor?

Die Arbeit nach der EMDR-Methode folgt einer festgelegten Struktur und gliedert sich in acht Phasen. Zu Beginn erläutere ich das Vorgehen und bespreche gemeinsam mit Ihnen, von welchem Punkt wir ausgehen, und was wir erreichen möchten. Ich zeige Ihnen auch, was Sie selbst tun können, um sich während unserer Arbeit in jeder Situation sicher und geborgen zu fühlen.

Im entspannten Gespräch begeben wir uns zu einem gegenwärtigen oder auch länger zurückliegenden Moment, in dem Sie belastende Gedanken oder Empfindungen so stark verinnerlicht haben, dass diese Ihr Leben beeinträchtigen. Während Sie sich diese Situation und die damit verbundenen Gefühle möglichst bildhaft vorstellen, bewege ich ein Objekt oder die Finger vor Ihren Augen, wodurch beide Hirnhälften gleichzeitig stimuliert werden. Jetzt bitte ich Sie zu bewerten, wie belastend Sie die negativen Gefühle empfinden. Analog lässt sich mit einem im Vorfeld bestimmten positiven Gefühl verfahren.

Nach einer kurzen Pause wiederholen wir den Vorgang bis Sie die aufzuarbeitende Situation nun als nicht mehr belastend bewerten bzw. die positive Empfindung nachhaltig etabliert werden konnte. Abschließend festigen wir in Nachbetrachtungen den erreichten Erfolg und besprechen die weiteren Schritte.